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Mai 24 2011

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Bento Bavaricum

Ich weiß nicht, inwieweit die Kultur des お弁当 (o-bentō), also der Brotzeitschachtel (bwz. neudeutsch: Lunchbox) noch in Deutschland verbreitet ist, beziehungsweise ob in Deutschland bekannt ist, dass und in welcher Form selbiges hier in Japan begangen, ja zelebriert wird. Das treibt zwar mitunter recht skurrile Blüten (s.u.), lässt sich aber auch ganz mondän und unspektakulär machen. Nun bin ich dank meiner besseren Hälfte in der glücklichen Lage, jeden Tag vorzüglich speisen zu dürfen – und das bedeutet hier in Japan natürlich auch, dass ich jeden Tag ein leckeres お弁当 (o-bentō) bekomme.

In etwa 1% aller Fälle bin es auch ich, der bei uns zuhause kocht, und also auch das お弁当 (o-bentō) für den nächsten Tag vorbereitet. Ich versuche mich beim Kochen zwar meistens an japanischer Küche, aber hin und wieder lassen mich Gewohnheit und kulinarisches Heimweh dann doch eher zur europäischen, beziehungsweise deutschen und natürlich bayerischen Küche greifen. Ein solches Beispiel gut-bürgerlicher, bayerischer Kost, das ich neulich zubereitet habe, waren Fleischpflanzerl mit fränkischem Kartoffelsalat. Im Vergleich zu anderen westlichen Rezepten brauchte ich dazu auch keine allzu exotischen Zutaten, die den Preis für derlei Kochereien meistens recht schnell in unverhältnismäßige Höhen treiben. Der Gipfel war neulich ein 100g-Stück Gorgonzola für ¥800, also 6,93€! Die damit zubereitete Pizza war dafür aber auch absolut exzellent…

Ich schweife ab. Nachdem ich also meine bayerische Anti-Heimweh-Kost zubereitet hatte, gab es das ganze am nächsten Tag gleich nochmal als お弁当 (o-bentō). Und so ist also das Bento Bavaricum (n) entstanden:

Wenn ich zuvor „unspektakulär“ geschrieben habe, dann will ich damit übrigens keineswegs die uneingeschränkt hervorragende Qualität des bei uns zuhause kredenzten Essens mindern! „Spektakulär“ ist hingegen das zu nennen, was hier in Japan unter dem Begriff キャラ弁 (kyara-ben) bekannt ist. Das キャ (kya) wird übrigens nicht wie „ki-a“, sondern eher wie „kä“ ausgesprochen. Das japanglische Wort キャラ (kyara) ist eine Kurzform von キャラクター (kyarakutā) und beschreibt bekannte Figuren aus Comics, Mangas, oder Zeichentrickserien. Populäre Beispiele sind Pokémon, Disney-Figuren oder die in Japan allgegenwärtigen どらえもん (doraemon) und リラックマ (rilakkuma) (es gibt tatsächlich noch keinen deutschen Wikipedia-Artikel zu Rilakkuma…).

Was hat das nun alles mit Essen zu tun? Die Antwort verbirgt sich hinter diesem Link, mit dem ich den Leser nun in die Welt des Staunens, Wunderns und Bewunderns entlassen möchte… Die Seite ist zwar auf Japanisch, aber ich denke der Inhalt erschließt sich durch die Bilder auch so.

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