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Jul 27 2011

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[OT] Einen Tritt in den Allerwertesten…

…hat heute mein treuer eMail-Provider GMX gebraucht. Bei allen Japan-interessierten LeserInnen möchte ich mich gleich vorab für den nicht im geringsten Japan-bezogenen Artikel entschuldigen, bzw. selbige vor dem Weiterlesen warnen: Geek-Alarm!

Also, von vorne. Wie in einem anderen Artikel beschrieben, haben wir vergangenes Wochenende unseren Internetanschluss gewechselt. Wir sind zwar beim gleichen Provider geblieben, haben aber nun einen VDSL-Glasfaseranschluss an Stelle eines unendlich langsamen (da zu weit vom nächsten DSLAM entfernten) ADSL-Anschlusses. So weit so gut – wie beschrieben läuft das ja inzwischen alles.

Was aber seit der Umstellung nicht mehr lief, war mein Kontakt mit dem GMX SMTP-Server. Im Klartext: Ich konnte noch eMails empfangen, aber keine mehr verschicken.

Die Konfiguration im einzelnen:
POP3-Server: pop.gmx.net
POP3-Port: 995 (SSL)
SMTP-Server: mail.gmx.net
SMTP-Port: 25 (kein SSL)

Diese Angaben haben für mich so seit unzähligen Jahren in allen Ecken der Welt und auf vielen Betriebssystemen einwandfrei funktioniert. Die GMX-Hilfe verweist auf die gleiche Konfiguration. Sollte also eigentlich funktionieren. Hatte ja auch bis zur Inbetriebnahme des 光 so funktioniert. Sollte. Hatte. Tat es aber nicht mehr…

Eine Recherche im Internet hat dann ergeben, dass unser Provider aus Prinzip Port 25 für ausgehende Verbindungen gesperrt hat, da darüber zu viel Spam versandt wurde. Das Ganze nennt sich Outbound Port 25 Blocking (OP25B) und ist scheinbar gang und gäbe bei ISPs. Hier die entsprechenden Infos, allerdings nur auf Japanisch. Nun gut, eine weitere kurze Recherche bei GMX ergab, dass auch GMX SMTP über Port 587 unterstützt. Also habe ich die entsprechende Einstellung in meinem Apple Mail 5.0 umgestellt. Ergebnis: Nix neues – keine Verbindung möglich…

Nachdem ich alle mögliche Kombinationen aus Portnummer, SSL an/aus, Authentifizierungsverfahren usw. ausprobiert habe, war ich schon kurz vor dem Aufgeben… Mein versuchsweise angeschlossener GMail-Account funktionierte einwandfrei, damit konnte ich also folgendes Fazit ziehen:

  • Am Provider liegt’s nicht. Der blockt zwar Port 25, bietet aber dafür Port 587 an.
  • An Apple Mail liegt’s nicht, den GMail geht ja über SMTP-Port 587.
  • An GMX liegt’s nicht, jedenfalls nach eigener Aussage wird SMTP-Port 587 unterstützt.

Wo also lag das Problem?

Ganz ehrlich, ich weiß es immer noch nicht… Auch wenn ich das Problem in der Zwischenzeit gelöst habe.

Und wie habe ich es gelöst? Ganz geeky per manueller Telnet-Verbindung:
telnet mail.gmx.net 587
Trying 213.165.64.20...
Connected to mail.gmx.net.
Escape character is '^]'.
220 mail.gmx.net GMX Mailservices ESMTP {mp017}
EHLO gmx.net
250-mail.gmx.net GMX Mailservices
250-8BITMIME
250-ENHANCEDSTATUSCODES
250-SIZE
250-AUTH=LOGIN PLAIN
250-AUTH LOGIN PLAIN
250 STARTTLS
AUTH LOGIN
334 ************
********************************
334 ************
********
235 2.7.0 Go ahead {mp017}
MAIL FROM:***@gmx.de
250 2.1.0 ok {mp017}
RCPT TO:greger@***.ac.jp
250 2.1.5 ok {mp017}
DATA
354 mail.gmx.net Go ahead {mp017}
Subject: Telnet-Test

Message body. Test.
.
250 2.6.0 Message accepted {mp017}
QUIT
221 2.0.0 GMX Mailservices {mp017}
Connection closed by foreign host.

Die Freude war groß, als diese Test-eMail tatsächlich in meinem anderen (japanischen) Postfach lag! Damit wusste ich also, dass GMX definitiv den Mailversand über SMTP-Port 587 beherrscht. Also zurück in die Einstellungen von Apple Mail. Oder? Halt, erst nochmal so testen…

Bingo! Aus irgendeinem unerfindlichen Grund haben nun die exakt gleichen Einstellungen, mit denen zuvor keine Verbindung hergestellt werden konnte, einwandfrei funktioniert, und meine zuvor in Apple Mail vorbereitete Test-eMail wurde anstandslos versandt…

Weiß der Teufel, wo hier das Problem lag. Manchmal hilft also auch bei eMail-Providern ein Tritt in den Arsch Allerwertesten!

Hier noch zwei hilfreiche Webressourcen:
Eine Anleitung zur Nutzung von Telnet in der Kommunkation mit SMTP-Servern (auf Englisch)
Ein Webformular zur „Übersetzung“ von Klartext-Anmeldedaten in base64 (auf Englisch)

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6 Kommentare

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  1. Felix

    Komische Sache… solltest du allerdings ein ProMail von GMX (kostenpflichtig) abonniert haben würde ich dir auf IMAP raten. (bei Google gmail.com übrigens gratis). Immer und überall die gleichen Mails und Ordner…

    PS: super Blog übrigens

    1. Konni

      Danke für die Blumen und danke für den Tipp!
      Zugegeben, ich hatte heute schon mal kurzfristig daran gedacht, den ganzen GMX-Kram hinzuschmeißen, und stattdessen nur noch GMail zu nutzen. Nur gibt man eine seit gut 14 Jahren gehegte und gefplegte (und v.a. in vielen Köpfen verankerte) eMail-Adresse nicht so einfach auf… Ich jedenfalls nicht.
      Und zum Thema IMAP: Prinzipiell richtig, und ich habe mich auch schon oft mit dem Gedanken gespielt. Bei meinem heutigen Problem hätte mir das aber auch nicht weitergeholfen, da dieses ja auf SMTP-Seite lag, also unabhängig vom Empfang durch POP3 oder IMAP.

  2. Ulli

    Ich habe schon vor 2, 3 Jahren den Umstieg von GMX und anderen auf nur noch GMail IMAP gewagt – und bin hoechst zufrieden.
    Du musst Deine GMX-Adresse ja nicht aufgeben: Du kannst automatisch jegliche eMail, die auch in Zukunft an Deiner GMX-Adresse eingeht, automatisch an Deine GMail-Adresse weiterleiten lassen. Es bleiben sogar alle Header, etc. erhalten, so dass Du z.B. auch in Gmail sehen kannst, dass die eMail urspruenglich an GMX geschickt wurde. Klappt wirklich einwandfrei! Vergiss‘ nur nicht, Dich mind. alle 3 Monate einmal auf GMX Webmail einzuloggen, denn sonst wird die Adresse gesperrt.

    1. Konni

      Danke für den Tipp! Das hatte ich auch kurz überlegt, wurde aber dankenswerterweise auf das dann bestehende Risiko einer möglichen Einstufung als Spam-Mail in Folge abweichender Absender- und Antwortadresse im Header hingewiesen. Hattest du denn damit in der Vergangenheit mal Probleme? GMX schickt glaube ich auch Warnungen raus, ehe sie einen Account stilllegen, aber danke auch für diesen Hinweis.

  3. Ulli

    Mit Spam hatte ich gar keine Probleme, nein. Oefter mal kommt eine Mail, die an meine GMX-Adresse geschickt wurde, mit dem Betreff-Zusatz „*** GMX Spamverdacht ***“ in meiner Inbox an – aber weder GMail not mein Mailprogramm (dz. Apple Mail 4.5) filtert die Mails dann raus. Und der Ordner „Spamverdacht“ bei GMX ist komplett leer, ich denke also, dass GMX bei mir gar keine Mails mehr rausfiltert (sondern nur o.g. Zusatz in den Betreff einfuegt). Mails vermisst habe ich auch noch keine (und ich schreibe viele eMails…). Mit dem Spamfilter auf GMail wiederum (der ja in meinem Fall die meiste Arbeit verrichtet) bin ich auch sehr zufrieden.
    Ja, Du hast glaube ich Recht, GMX schickt dann so eine Warnmail, bevor die den Account dicht machen.

    Fazit:
    Empfehlung!

    1. Konni

      Na dann werde ich das mal ausprobieren, wenn GMX das nächste mal rumzickt. Danke!

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