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Nov 14 2011

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Nur in Japan – Teil 1: Weicher warten

Auf die Gefahr hin, damit jetzt auch das letzte Ausländer-in-Japan-Klischee zu bedienen, möchte ich doch in Zukunft ab und zu hier Sachen oder Sachverhalte vorstellen, die es so meiner Meinung nach nur in Japan gibt beziehungsweise geben kann.

Denn eines lässt sich nicht leugnen: Japan ist anders. Und es lässt dies den aufmerksamen Beobachter auch an allen Ecken und Enden wissen. So gesehen wartet also ein reichhaltiger Fundus darauf, ausgeweidet zu werden. Um dem oben genannten Klischee aber nicht zu sehr zu folgen, werde ich dabei explizit nicht die Dinge ansprechen, die jede/r im Bezug auf Japan schon mal gehört, gelesen oder gesehen hat. Es geht mir auch nicht darum, mit dem Finger auf Japan zu zeigen, oder mich in irgendeiner Weise über das gesehene oder erlebte zu erheben, sondern einzig und alleine darum, dass mich manche Sachen hier begeistern und/oder verblüffen, und ich diese Begeisterung beziehungsweise Verblüffung gerne mit meinen Lesern teilen möchte. Also kein Japan-Bashing, sondern hoffentlich interessante Einblicke in meine (schon nicht mehr ganz so) neue Heimat.

Um dieser Einleitung gerecht zu werden, und auch um einen langsamen Einstieg in das Thema „Nur in Japan“ zu finden, fangen wir mal ganz bequem an. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes:

Ich weiß nicht, wer sie dort installiert hat, aber ich bin mir sicher, dass nirgendwo sonst auf der Welt den wartenden Fahrgästen an einem Lokalbahnhof zu Beginn des Winters warme, bequeme Sitzkissen für die harten, kalten Plastik-Hartschalensitze angeboten werden. Möglicherweise fände sich in Deutschland sogar jemand, der eine ähnlich nette Aktion startet. Dann aber wären die Kissen definitiv nach spätestens einem Tag wahlweise geklaut oder kaputt. Oder beides. Hier aber, und das ist etwas, das mich an Japan immer wieder fasziniert, hier nicht. Hier erfreut man sich an diesem netten Service. Aber das gibt’s eben nur in Japan.

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9 Kommentare

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  1. Felix

    Vandalismus scheint in Japan tatsächlich ein Fremdwort zu sein. Hoffen wir, dass dies noch lange so bleibt! PS: super Sache deine Daily Updates.. wie lange wirst du das durchhalten können? 😉 Cheers

    1. Konni

      Naja, man sieht schon das ein oder andere Graffiti (jap. 落書き – rakugaki), aber in der Tat keinswegs in mit Deutschland vergleichbaren Ausmaßen.
      Mal sehen, wie lange ich das noch schaffe – die Arbeit wird schon wieder mehr…

  2. 秋子

    Und dann sind es keine „gedeckten“ Farben, bei denen man den Dreck nicht gleich sieht sondern Rot und ein frisches Weiß. Es könnte sogar eine gehäkelte Handarbeit sein. Alle Achtung! Ich habe nie über einen Topflappen hinaus geschafft.

    1. Konni

      Absolut! Ich könnte mir vorstellen, dass es sich dabei um die „Früchte“ einer speziellen „Taskforce“ aus unserem Stadtteilzentrum hier handelt.

      Ich möchte an dieser Stelle noch nachreichen, dass es sich nicht nur um die im Foto gezeigten Sitzkissen handelt, sondern dass sämtliche Sitzplätze der Station derart augestattet wurden!

  3. Basti

    „Urban knitting“, anyone? http://goo.gl/9vCQ7 Ist hier in Helsinki ausgesprochen in Mode, Sitzkissen habe ich allerdings noch nicht gesehen.

  4. Rose

    Obaachans hatten Langeweile?
    Nein, im Ernst.. solche Dinge begegnen einem im japanischen Alltag ja immer mal wieder und ich finde es einfach faszinierend!
    Hier in Deutschland wäre es sehr schwer vorstellbar. Leider.

    schmunzelnde Grüße,
    Rose

    1. Konni

      „Hier in Deutschland“? Du bist nicht mehr in Japan?

  5. Tokyobling

    I love this! I have never seen it myself though…

    1. Konni

      Well, seems like you have to come to the „countryside“… ;o)

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